Carius: Konkret fördern, statt pauschal fördern
26.01.2012 | Quelle: Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr (TMBLV)
„Versorgungssicherheit, Preisstabilität und Erhalt der Thüringer Kulturlandschaft sind die Leitlinien für die Energiewende im Freistaat. Wir brauchen dazu einen intelligenten Energiemix aus Solarenergie, Windkraft, Biomasse, Erdwärme und Wasserkraft. Aber keine einseitige Ausrichtung auf einen Energieträger.“ Das erklärte heute (Donnerstag) in Erfurt Landesentwicklungsminister Christian Carius zur zukünftigen Energieversorgung, die auch Gegenstand der gegenwärtigen Debatten im Thüringer Landtag ist. Das neue Landesentwicklungsprogramm 2025 (LEP), so Carius weiter, werde den bisher erfolgreich zurückgelegten Weg zum energetischen Stadtumbau tragfähig weiterentwickeln. Der LEP-Entwurf befindet sich zurzeit in der Überarbeitung. Knapp 400 Eingaben werden geprüft; noch in diesem Jahr soll das dritte Raumordnungsprogramm nach 1993 und 2004 in Kraft treten. Darin wird die Energiestrategie der Landesregierung zu mehr Effizienz beim Ressourcenverbrauch, bei der Nutzung von Energie und zur Erreichung von umweltschonenden energiepolitischen Zielen festgelegt.
Minister Carius erteilte erneut der Forderung nach energetischen Gebäude-Zwangssanierungen eine klare Absage: „Wir wollen konkret fördern, statt pauschal fordern. Der energetische Stadtumbau bleibt dabei die zentrale Herausforderung. Hierbei müssen wir bei steigenden Energiepreisen immer stabile, bezahlbare Nebenkosten für Mieter, Immobilienbesitzer und die Wirtschaft im Blick haben.“
Carius verwies zudem darauf, dass nur gemeinsam mit den Entscheidungsträgern vor Ort die Energiewende machbar ist. „Die regionalen Planungsgemeinschaften kennen die Attraktivität der Ressource Energieeffizienz. Sie wissen ganz genau, welche Potenziale die verschiedenen Regionen haben. “
Ziele der Initiative Energetischer Stadtumbau 2025
- Thüringens Pro-Kopf-Verbrauch von Endenergie bis 2025 jährlich um ein Prozent senken,
- Effizienzsteigerungen sozialverträglich und mit Rücksicht auf die unternehmerischen Risiken umsetzen,
- Einsparpotenziale unter Berücksichtigung bereits erfolgter Sanierungsschritte effizient ausschöpfen,
- durch eine Analyse der regionalen Energieerzeugungs- und Verbrauchsstrukturen Konzepte zum energetischen Stadtumbau entwickeln.
Faktencheck Thüringen
- Thüringer Stromverbrauch pro Kopf 25 Prozent unter bundesdeutschem Schnitt, Primärenergieverbrauch 15 Prozent unter Schnitt
- rund 26 Prozent des gesamten Thüringer Endenergieverbrauchs entfallen auf Produktion und Nutzung von Raumwärme – 23 Prozent auf den Bereich Warmwasser und Prozesswärme
- Endenergieverbauch nach Sektoren: Arbeiten 46 Prozent, Mobilität 25 Prozent, Wohnen 29 Prozent
- Zwei Millionen Gebäude in Thüringen (ab 10 qm), darunter 800.000 mit Hausnummer (ca. 530.000 Wohn- und 270.000 Gewerbegebäude)
